Die Originaltheorie und -Praxis
der "Nördlichen Gottesanbeterin" (in der Ming-Dynastie
als Chu Ka Stil) starb beinahe aus und wurde nur mehr innerhalb
der königlichen Familie und einigen Taoisten in den Klöstern
weitergegeben. Typische Merkmale dieses Stils sind:
Die "Härte" wie beim Stil der Südlichen
Gottesanbeterin.
Dieser Stil konnte sich der schnell
entwickelnden Urbanisierung anpassen und hat "Stille und
Stimmung" zum Motto. Die Techniken sind sehr hände-orientiert.
Ohne spektakuläre Beintechniken - trotzdem jedoch vielseitig
und überwältigend.
Die Flexibilität, Flüssigkeit und Beweglichkeit wie
im Pa Kua. Die Bewegungen des ganzen Körpers werden
an die fließenden und fortlaufenden Schritt-Techniken angepasst.
Geschwindigkeit und Gleichgewicht kombiniert, um den optimalen
Krafteinsatz zu ermöglichen.
Die Weichheit wie im Hsing-I,
bei dem der Geist über die bloße physische Kraft herrscht
und die Gedanken mit den Bewegungen harmonisch vereint werden.
Die Fähigkeit, Chi zu kultivieren und einzusetzen,
anstatt sich nur der Muskelkraft zu bedienen.
Tao-Yin (Tao-Yeûng) Atemtechniken der taoistischen Mönche:
- Chi Kung
(Heì Kung)
- Koordination von Atem, Visualisierungen und Bewegungen für
verschiedene Zwecke, wie zum Beispiel der gesteigerten Zirkulation
von Chi in den distalen Punkten der Gliedmaßen, gesteigerte
Vitalität, Meditation und Chi- Entwicklung.
- Noî Kung
- Ein spezielles Training zur Entwicklung von Muskelgruppen,
Bändern und Sehnen, die normalerweise nicht unter bewusster
Kontrolle stehen.
- Ngoî Kung
- Sichtbarer (externer) Ausdruck der Kampfkunst und des stabilen
Gleichgewichts. Elastische, gute Haltungs- und Standtechniken
mit exakter räumlicher Ausrichtung, Koordinierung und Stabilität.
Im höchsten Grad führen diese Techniken zur sogenannten
Taoistischen Direktmeditation.
- Lîk Kung
- (Kraft Chi) - Interner, d.h. unsichtbarer Einsatz von Chi,
zum Beispiel für
den Einsatz des Druckwellenschlages (Dim Mak).
- Lîk Meditation (Kraftmeditation)
- Als sogenanntes achtes Sinnesorgan gilt der Chi-Fluss.
Über spezielle Meditationsübungen kann man damit die
vierte bzw. höhere Dimensionen erfahren.
Mit Hilfe der Techniken der Kwong
Gottesanbeterin kann der Anwender scheinbar mühelos ungeheure
Kräfte entwickeln - trotz kaum sichtbarer Bewegungen. Die Chinesen
nennen das höchste Niveau dieser Fähigkeit Fa Keng.
Alle Keng-Arten sind:
Mîng Kêng oder "offensichtliche Kraft".
Dies bedeutet, dass die Kraftanwendungen und die daraus folgenden
Wirkungen für alle Beobachter ersichtlich sind.

Òm Kêng oder "verborgene Kraft".
Wenn Kraft auf diese Weise ausgeübt wird, ist ihr Ursprung
für den ungelernten Beobachter nicht sichtbar - daher die Bezeichnung
"versteckt". Auf dieser Ebene hat der Trainierende begonnen,
die Bewegung des Körpers zu verfeinern und zu verinnerlichen.

Fà Kêng oder "verfeinerte Kraft".
Manchmal wird diese Bezeichnung als "mysteriöse Kraft"
übersetzt. Jedoch bezieht sich diese Bezeichnung tatsächlich
eine hoch verfeinerte Stärke, bei der die Kraftanwendung so
verfeinert ist, dass der Ursprung der Kraft für den Gegner
unbemerkbar ist. Wenn diese Kraft ausgeübt wird, glaubt der
Gegner, etwas falsch gemacht oder etwas übersehen zu haben,
weil er den Ursprung der Kraft beim anderen nicht fühlen kann.